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Das Sterben

Gräber im Winter Grabreihe im Winter verschneite Gruft

Sterben ist die Zeit am Ende eines Lebens, die den Übergang zum Tod darstellt. Es ist schwierig, eine Linie zwischen Sterben und Tod zu ziehen.
Biologisch gesehen läuft das natürliche Sterben eines Menschen in folgenden Phasen ab:

  1. Einschränkung der Wahrnehmung durch verringerte Hirnaktivität.
  2. Die Atmung wird flacher.
  3. Das Sehvermögen wird schlechter.
  4. Das Hörvermögen funktioniert nur noch partiell.
  5. Das Augenlicht erlischt völlig.
  6. Herzstillstand, unmittelbar gefolgt vom
  7. Gehirntod.
An den Herzstillstand anschließend beginnt die Zersetzung des Körpers. Den Anfang macht dabei das Gehirn.
Ein "Todeskampf" (auch "Agonie") ist eine Metapher für "das Ringen mit dem Tod".

Die Sterbeforschung geht – in der Nachfolge von Kübler-Ross – davon aus, dass viele Menschen beim Sterben alle oder einen Teil der folgenden fünf aufeinanderfolgenden psychischen Stadien durchleben.

Die fünf Phasen des Sterbens (nach Elisabeth Kübler-Ross)
Elisabeth Kübler-Ross definierte die heute anerkannten fünf Phasen des Sterbens. Genauer sind es nicht Phasen des körperlichen Vorgangs Sterben sondern der geistigen Verarbeitung des Zwangs zum Abschied vom Leben bei Personen, die bewußt erleben, dass sie massive gesundheitliche Verschlechterungen durchmachen. Diese Phasen sind Verteidigungsmechanismen im psychiatrischen Sinne und dienen der Bewältigung extrem schwieriger Situationen, welche nebeneinander vorhanden sein und verschieden lang andauern können. Es gibt auch keine festgelegte Reihenfolge und keinen Ausschluss der Wiederholung einzelner Phasen nach deren erstmaliger Bewältigung. Während der eingetretene Tod des Menschen heute aus medizinischer Sicht relativ klar definierbar ist (z.B. als Hirntod und unumkehrbares Erlöschen des Lebens im biologischen Sinne), werden unter dem Vorgang des Sterbens – je nach Kulturkreis und Weltanschauung – verschiedene Zeitrahmen und Zustände verstanden, oder vielfach verdrängt. Daher ist auch der Umgang mit dem Thema und mit Sterbenden äußerst verschieden.
Wenn jemand "im Sterben liegt", kann das in einigen Fällen die Beziehung zum Betroffenen intensivieren, in anderen Fällen aber auch zu einem Ausweichen und zur Vermeidung des Kontakts führen. Wenn der Tod eingetreten ist, stehen stärker konventionalisierte Verhaltensregeln und Rituale zur Verfügung, so dass diese Verhaltensunterschiede abnehmen, aber dennoch in der Art des Begräbnisses oder der Form der Trauer deutlich sicht- und spürbar sind.
In der westlichen Kultur hat sich im Laufe der letzten Jahrhunderte der Umgang mit dem Thema Sterben in Wort, Denken, sozialem Verhalten und auch in der Kunst stark verändert. Was früher – auch durch den stärkeren Einfluss der Kirchen bedingt – Anlass zum Nachdenken war – aber auch manchmal zur persönlichen "Umkehr" oder zu Fatalismus – ist heute vornehmlich ein Thema der Medizin.
Während die Menschen früher beim Sterben von ihren engsten Vertrauten (Verwandten oder Freunden) begleitet wurden, ist das Sterben heute oftmals in Kliniken oder Hospize "abgedrängt". Kaum ein Mensch möchte sich der Erfahrung des Sterbens aussetzen, weil Sterben und Tod heute so sehr tabuisiert sind. Das Aufkommen und Erstarken der Hospiz-Bewegung, bzw. die vielfältige Diskussion zur Ethik der Euthanasie macht bestehende Defizite deutlich.
Dass Sterben und Tod unmittelbar zum Leben gehören, ist vielen erst wieder durch die Bücher von Elisabeth Kübler-Ross bewusst geworden. Die Interviews mit Sterbenden wurden quasi zur "Gründungsurkunde" der weltweiten Hospizbewegung, die ein "menschlicheres" Sterben als üblich ermöglichen will. Dabei spielt nicht nur die angenehme Gestaltung der Umgebung und die emotionale Anteilnahme anderer eine Rolle, sondern auch die Ermöglichung von Gesprächen lange Zeit vor dem Sterben sowie die (Sterbe-)Begleitung und Körperkontakt bis zuletzt. Einen sterbenden Menschen in den Tod zu umarmen, wird von vielen als eine seltene und wertvolle Erfahrung empfunden.
Für den Umgang mit dem Sterben sind auch einige Erkenntnisse der Medizin über unsichere Todeszeichen hilfreich – fehlinterpretiert werden hier z. B. das Fehlen der Atmung, des Puls oder des Herzschlags, die Lähmungen aller Muskeln und die Bewusstlosigkeit ("Scheintod"). Dass Sterbende in bestimmten Fällen dennoch ihre Umgebung wahrnehmen, Hören und Fühlen können, ist inzwischen allgemein anerkannt.
Die sogenannten Nahtod-Erlebnisse geben, so ergreifend ihre Schilderungen sein können, zwar kaum neue Erkenntnisse über den Tod, haben aber der Bewusstseinsbildung zum Thema Sterben starken Auftrieb gegeben.

In den industriealisierten Staaten, auch in Deutschland, findet das Sterben überwiegend in Institutionen des Gesundheitswesens statt. Intensivstationen der Krankenhäuser werden genutzt, um Möglichkeiten der Reanimation, Therapie oder der teilweisen Wiederherstellung von verlorenen Körperfunktionen zu nutzen.
In Altenheimen (Betreutes Wohnen bis Pflegeheimen) geht es um eine Wohnform am Lebensende unter möglichst weiter Beibehaltung des bisher gewohnten Lebensstils (Aktivitäten des täglichen Lebens), die aber durch den unterschiedlich hohen Verlust von Eigenaktivitäten in diesen Bereichen gekennzeichnet ist. Sterbebegleitung am Lebensende ist eine der pflegerischen Aufgaben dieser Einrichtungen. Ethisch problematisch wurde in den vergangenen Jahren eine Lebensverlängerrung um Monate oder Jahre durch künstliche Ernährung (vor allem mittels PEG-Sonde) diskutiert.
Hospize sind als stationäre Einrichtung darauf spezialisiert, Personen ein Leben und Sterben in Würde zu ermöglichen, die an an einer tödlichen Krankheit im Endstadium leiden und deren Versorgung in der häuslichen Umgebung oder im Krankenhaus sonst nicht gewährleistet ist. Hierbei handelt es sich nicht um ein Regelangebot des staatlichen Gesundheitswesens sondern es ist abhängig von Spenden und ehrenamtlichem Engagement.
Sterben in der häuslichen Umgebung ist seit den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts durch die Suche nach Heilung seltener geworden. Es sind aber immer noch 15–25 % der Todesfällte. Medizinische und pflegerische Versorgung erfolgt hier durch HausärztInnen und ambulante Pflegedienste. Neuerdings gibt es auch Angebote begleitender Dienste durch Hospizvereine, die keine separate stationäre Wohnform anbieten.
Und es sterben Menschen nach Unfall oder akuter Krankheit (z. B. Herzinfarkt, Suizid) unterwegs auf/an Straßen.


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